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Donnerstag, 24. April 2014

Oper Frankfurt ‚Die diebische Elster’ – Opera Frankfurt ‚The Thieving Magpie’


 Die Baustelle ist beendet. Das Gebäude sieht so aus (siehe Bild in der Mitte) und verdeckt nun das Japan Tower.
The building site is finished. The building looks as you see it in the middle of the photos and hides now the Japan Tower.
Wir mussten aufgrund des ‚Urlaubes’ die Opernvorstellung umtauschen und ich wählte ‚Die diebische Elster’. Es war zwar eine lange, aber sehr kurzweilige Vorstellung. Kann man nur empfehlen. Am ende einige Pressestimmen, aber leider nur auf Deutsch.
Because of ‘holidays’ we had change the opera performance and I choose ‘The Thieving Magpie’. In fact it’s a long, but rather entertaining performance. You can only recommend a visit. At the end are some press commentaries – unfortunately only in German.
Hier die Beschreibung mit dem Link.
DIE DIEBISCHE ELSTER (La gazza ladra)
Gioacchino Rossini 1792 - 1868
Melodramma in zwei Akten

Zum Werk
Die Hinrichtung wird abgebrochen: Eine verfluchte Elster war an allem schuld. Oder waren es doch die beiden routinierten Boulevardstück-Autoren d’Aubigny und Caigniez? Die wahre Geschichte eines Dienstmädchens verarbeiteten sie zu einem Melodram: Das Pariser Publikum strömte scharenweise ins Theater, um über "die rührende Geschichte Tränen zu vergießen". In ganz Europa avancierte das Stück zum Kassenschlager. Als Rossini 1817 nach einem geeigneten Stoff für die Scala suchte, entschied er sich für die Bearbeitung der Diebischen Elster, allerdings mit Happy End. Rossinis Heldin heißt Ninetta. Ein abgewiesener Verehrer klagt sie an, silbernes Besteck gestohlen zu haben. Erst in letzter Minute wird der wahre Dieb entdeckt: eine Elster. Im Bauernmilieu, inmitten von Kriegswirren, sorgt dieser Vorfall für fatale Verstrickungen.
Rossinis Musik balanciert zwischen dem vom Textbuch vorgegebenen Pathos und einem Feuerwerk von Koloraturen: Virtuos flicht er Buffo-Elemente in die anrührende Rahmenhandlung ein und knüpft damit an die Tradition der "Mischgattung" Opera semisera an. Er behält in den ersten Szenen die düstere Grundstimmung der Vorlage, ohne auf die komischen Szenen und einen glücklichen Ausgang zu verzichten. Die Partitur des 25-jährigen Komponisten weist auch in ihrer Kunst der musikalischen Charakterisierung weit über ihre Entstehungszeit hinaus. Lebendig erscheinen die Figuren der skurrilen Handlung; Rossinis Musik lässt sie changieren zwischen Tragik und Komik – sie werden pathetisch, ländlich-heiter oder erleben Todesangst. Nur eine ist stumm, denn ihr Gekrächze blieb unvertont.


Here the description with the Link.
 
DIE DIEBISCHE ELSTER (The Thieving Magpie)
Gioacchino Rossini 1792 - 1868
Melodrama in two acts
 
About the piece
The execution is called off: a damned magpie was to blame for everything. Or was it d’Aubigny and Caigniez? They turned a story about a maid into a melodrama: audiences in Paris flocked in droves to the theatre to »shed a few tears about the touching story«. It soon became a box office hit all over Europe. Rossini settled on The Thieving Magpie when looking for suitable subject matter on which to base an opera to open at La Scala in 1817. Rossini’s heorine is Ninetta. Accused of having stolen some silver cutlery, a spurned admirer brings her to trial, where she is sentenced to death. The true thief is unmasked in the nick of time: a magpie.
Rossini’s music found a balance between the pathos in the book and firework displays of coluratura: he ingeniously wove buffo elements into the story, touching on the tradition of the »mixed genre« of opera semisera. He retained the gloomy mood of the book in the opening scenes, adding amusing ones and a happy end. The score proves that the 25th year old composer’s musical characterisation was far ahead of its time. The people in the funny story are lively; Rossini’s music allowing them to change step quickly between tragedy and comedy – becoming emotional, jolly or scared to death. There is only one who says nothing, but only because its squawks were not set to music.


Synopsis
Fabrizio Vingradito and his wife Lucia are preparing to welcome home their son Giannetto from war. Fabrizio wants him to marry their maid Ninetta. Lucia is against this plan. She can't find a silver fork, and blames the maid. Giannetto is welcomed home. Ninetta carefully checks a case of silver cutlery. A crestfallen soldier speaks to her. She realises that he is her father, Fernando Villabella. He was sentenced to death after a fight with his superiors and is now on the run. The mayor tries to molest Ninetta. She spurns him, tells her father to pretend to be asleep, and passes him off as a tramp. The scribe appears with a „wanted“ poster. The mayor tries to read it. Ferando gives Ninetta two pieces of silver cutlery, asking her to sell them and hide the money in a tree. Ninetta, reading the poster out loud, changes the description of the wanted man. Ninetta sells her father's silver but before she can hide the money Lucia discovers that another piece of cutlery is missing. The mayor orders an investigation. When money falls out of Ninetta's pocket pocket and Isacco boasts that he bought a fork and spoon from her, the mayor has her arrested. The mayor offers to set her free if she will give herself to him. Ninetta refuses. Ninetta is found guilty. Fernando is recognised and arrested. Pippo finds the stolen cutlery where the magpie had hidden it just before Ninetta's execution. Fernando is granted amnesty. Giannetto and Ninetta's wedding can take place.


Pressestimmen zur 'Die diebische Elster'
Aus einem einsam fliegenden Galgenvogel werden zwei, weitere kommen hinzu, schließlich kreist ein ganzer Schwarm des grausigen Federviehs, à la Hitchcock auf Leinwand projiziert, über dem Kopf des zum Tode verurteilten Dienstmädchens Ninetta. Die soll angeblich ein teures Silberbesteck gestohlen haben und wird nach Kriegsrecht zum Tode durch Erschießen verurteilt. Nach fast drei Stunden sexueller Bedrängnis durch Bürgermeister Gottardo und Pächter Vingradito, blinder Eifersucht der Dienstherrin und einem kafkaesken Prozess stellt sich heraus, dass eine diebische Elster das Besteck gestohlen hat.
(…) Der amerikanische Regisseur David Alden lässt in seiner bedrückenden Inszenierung für die Oper Frankfurt keine Sekunde Zweifel daran, dass Rossini mit seiner Diebischen Elster eine flammende nachrevolutionäre Anklage geschaffen hat, die, trotz spritzigem Sarkasmus und vielen humorvoll gezeichneten Charakteren, vor allem eine schreckliche Tragödie ist.
(…)
Musikalisch und stimmlich bietet Frankfurt eine beeindruckende zwölfköpfige Solistenriege auf, auch Orchester und der individuell agierende Chor machen die längste und damit selten aufgeführte Rossini-Perle zum Hochgenuss. Allen voran Sophie Bevan als verkannte Unschuld Ninetta schwingt ihren warm timbrierten, beweglichen Sopran mühelos die Koloraturen rauf und runter, spielt dazu zu Beginn das Ziel harmlos scheinender Übergriffe und am Ende das Schafottopfer. Ihr Geliebter Giannetto ist mit dem hellen Tenor Francisco Brito bestens besetzt, Ensemblemitglied Kihwan Sim steht als ihr Gegenspieler Gottardo ein beeindruckender Bassbariton zur Verfügung, der seine sadistischen Spielchen bis zur Neige auskostet. Drei Deutschlanddebütanten können Triumphe einheimsen. Der schottische Tenor Nicky Spence macht aus der Nebenrolle des windigen Händlers Isacco die dritte Hauptrolle, Mezzosopranistin Alexandra Kadurina rührt in ihrer Hosenrolle als Pippo und die schwedische Altistin Katarina Leoson trumpft überzeugend als Lucia auf. Am Pult lässt Henrik Nánási bereits von den ersten Ouvertüretakten der immer leiser werdenden Trommelwirbel das Publikum aufhorchen. Sein Rossini gelingt blitzsauber, temperamentvoll, durchsichtig und anschmiegsam.
Viel Applaus spendiert das Publikum am Ende der Opernpremiere, einige Besucher, die lieber unbeschwert Rossinis Koloraturen genossen hätten statt Woyzecks düstere Schwester zu bestaunen, buhen. Dabei hat David Alden nur konsequent die Lunten des sozialen Sprengstoffs gezündet, die Rossini bewusst platzierte.

Bettina Boyens, Gießener Allgemeine Zeitung

(…) Musikalisch ist der von Henrik Nánási feurig geleitete Abend ein einziges Fest. Sophie Bevan als Ninetta grandios, ob sie allein singt oder in welcher Konstellation auch immer, sie beglückt. Kihwan Sim ragt als der Böse aus dem tollen Ensemble heraus. Begeisterter Applaus. (…)
Wertung: SEHR GUT

Josef Becker, Bild Frankfurt


(…) Dem Regisseur David Alden gelang es vor allem, die anfänglich vorherrschende (exquisit markierte) Komik plausibel in Dramatik, ja bittere Tragik einmünden zu lassen, so dass der scheinbar alberne Plot doch ziemlich in die Nähe einer zu Empathie veranlassenden Bedeutendheit gelangte, nicht allzu weit weg von der Dynamik der Rettungsoper Fidelio.

Hans-Klaus Jungheinrich, www.faustkultur.de

(…) Überzeugen kann das auf geschlossen stilsicherer Höhe singende Frankfurter Rossini-Ensemble um Sophie Bevans wendig-helle, elegant-feine Ninetta. Der Samoaner Jonathan Lemalu gibt deren Vater Fernando mit enorm flüssigem Bassbariton, der junge Argentinier Francisco Brito den Bräutigam Giannetto mit vielversprechend frischem Tenor. Ausgebildet wurde er übrigens bis 2013 im Studio der Oper Frankfurt, die auch damit vormacht, wie Ensemblepflege gewinnbringend funktioniert.

Axel Zibulski, Wiesbadener Kurier

(…) Nur ist diese Oper gar keine Komödie und tatsächlich sind Menschen auch schon wegen wesentlich weniger als einer silbernen Gabel hingerichtet worden. Regisseur David Alden traf eine richtige Grundsatzentscheidung, indem er diese Oper zwar mit einem hohen Anteil an Unterhaltsamkeit starten lässt; je länger der Abend aber dauert, umso schwärzer wird die Geschichte, umso deutlich wird – etwa am äußerst rustikalen Umgang der Menschen miteinander –, dass die Oper zu Kriegs-Zeiten spielt.
(…)
Alden hat die Gattung „Opera semiseria“, die komische und dramatische Elemente enthält, ernst genommen und szenisch umgesetzt. Allerdings kann er Rossinis Schluss – in buchstäblich letzter Minute stellt sich heraus, dass eine Elster der Besteck-Dieb war, Ninetta ist rehabilitiert – nicht wirklich ernst nehmen, das völlig überraschende Happy End wirkt nur noch angeklebt und künstlich.
Alden erreicht die zunehmende Schwarz-Färbung, indem er den Personen des Stücks charakteristische und wenig sympathische Profile verleiht. Ninettas Dienstherr zum Beispiel wird dem Dienstmädchen gegenüber auf deftige Art und Weise übergriffig, seine Frau will ihren Sohn unbedingt standesgemäß verheiraten, sie übernimmt sogar Domestiken-Pflichten, nur um zu verhindern, dass Ninetta mit ihrem Sohn zusammentrifft. Der Sohn selber wirkt mit seinem bunten Pullunder (Kostüme: Jon Morrell) wie die personifizierte Unbedarftheit.
(…)
Und all diese nur auf sich selbst bezogenen Menschen leben in einer immer größeren und nicht nur gedanklichen Enge: in dem Wagen, der gleichzeitig Ninettas Henkerskarren und Karosse des schurkischen Bürgermeisters ist (Bühnenbild: Charles Edwards), findet unter größtem Geknubbel eine Art Vollversammlung des Opern-Personals statt und im Domizil von Ninettas Dienstherr drängelt sich der Chor, dass man vom Zuschauen Platzangst bekommt. Eine gedankenreiche Inszenierung, auch wenn vielleicht nicht jedes ihrer Details auf Anhieb zu verstehen war.
Die Frankfurter Oper ist bekannt für die Qualität ihrer Sänger, und diesen guten Ruf bestätigte sie auch mit dieser Diebischen Elster. Unbestrittene Spitzen in einem ansonsten ausgewogenen Ensemble: Sophie Bevan als Ninetta, mit müheloser Leichtigkeit in der Höhe und gleichzeitig kraftvoll in der Tiefe; ihr absolut stimmlich ebenbürtig war Kihwan Sim als Bürgermeister mit einem zur diabolischen Schwärze neigenden Bass. Es wäre nicht das erste Mal, dass durch eine hochkarätige Produktion eine Oper wieder verstärkt ins Blickfeld gerät.

Stephan Hoffmann, Die Welt


(…) Der Trommelwirbel zu Beginn der Ouvertüre sagt eigentlich schon alles: Diese Geschichte geht nicht gut aus – jedenfalls würde sie nicht gut ausgehen, hätte Rossini dem beliebten Theaterstoff um ein unschuldig zum Tode verurteiltes Dienstmädchen nicht ein Happy End mit Rettung in letzter Minute verpasst. Nicht Ninetta, die Hausangestellte, hat den silbernen Löffel gestohlen, sondern eine diebische Elster.
Nun ist Rossinis La gazza ladra, wie der italienische Originaltitel lautet, eine sogenannte „Semiseria“, also eine Oper, die Komisches und Ernstes mischt, wobei Regisseur David Alden bei seiner Frankfurter Inszenierung das Hauptgewicht eindeutig auf den „Seria“-, den ernsten Anteil legt: So kommt Rossinis Diebische Elster nicht als luftig leichtes Buffo-Geplänkel auf die Bühne, sondern als tiefgehendes Sozial- und Justizdrama um Macht und Machtmissbrauch, Standesunterschiede und militärische Gewalt, das sich letztlich um die Frage dreht, ob es überhaupt Gerechtigkeit geben kann.
(…)
Auch musikalisch geht man in die Tiefe, ergründet bei Rossini fast mozartsche Ausdruckswelten. Natürlich lässt Henrik Nánási, der als Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin bestens mit dieser Materie vertraut ist, am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters den Kantilenen geschmeidige Eleganz angedeihen. Doch immer wenn nötig, herrscht ein dramatisch-knackiger Tonfall vor. Und die für Rossini so typischen Koloraturen erschöpfen sich unter Nánásis Stabführung nicht in virtuoser Gesangsakrobatik, sondern bekommen emphatischen Ausdruck.
In diesem Sinne agiert auch das Solisten-Team (…). Stimmlich und darstellerisch ebenso anmutig wie anrührend erfüllt die britische Sopranistin Sophie Bevan ihren Part als Ninetta. (…) Einen hervorragenden Eindruck hinterlässt (…) Kihwan Sim vom Frankfurter Ensemble, der mit seinem kernigen Bass-Bariton als sadistischer Bürgermeister starke Präsenz zeigt. (…)

Michael Dellith, Frankfurter Neue Presse

(…) In der Pause echauffierte sich ein älterer Besucher über die „aufgeblasene Dorfgeschichte“. Wer nichts verstehen will, versteht eben auch nichts. Zum Glück gibt es in Frankfurt – und anderswo – das Publikum, das sich dem Neuen und Ungewohnten öffnet, auch wenn es in scheinbar so konventioneller Umkleidung wie in dieser genialen Rossini-Oper auftritt.

Werner Häußner, www.revierpassagen.de

(…) Henrik Nánási am Pult des Opern- und Museumsorchesters (…) bekannte (…) in einem Interview, dass man die Diebische Elster nicht unbedingt beim ersten Hören ins Herz schließen, wohl aber bei eingehender Beschäftigung die Qualitäten erkennen würde.
Einem wie ihm glaubt man auch. Denn der Ungar Nánási, seit 2012 GMD an der Komischen Oper Berlin, zeigte sich als extrem mitreißender Anwalt für eine fast durchweg gute Musik. Schon die Ouvertüre nahm er geschickt ausgependelt zwischen Bruitismus und Brillanz, und auch über die ganze Strecke ließ er das Frankfurter Orchester bestens fokussiert, mit klaren Konturen und kraftvoller Dynamik aufspielen. (…)

Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau

(…) Da mangels Betätigungsfeld die typischen Rossini-Stimmen im Frankfurter Ensemble fehlen, musste eine größere Anzahl an Gästen verpflichtet werden. Den besten Eindruck hinterließ am Premierenabend dennoch ein Ensemblemitglied, denn der Südkoreaner Kihwan Sim begeisterte mit seinem tiefen, aber stets sehr modulationsreichen Bass in der Rolle des Bürgermeisters. Zudem verfügte er über die für Rossini notwendige Geläufigkeit sowie Koloraturensicherheit. Hinzu kam seine starke Bühnenpräsenz. Der große Jubel des Publikums für Kihwan Sims superbe Leistung war entsprechend berechtigt. (…)

Lars-Erik Gerth, Maintal Tagesanzeiger

(…) Das Melodram über dreieinhalb Stunden zwischen Komik und Tragik in der Schwebe zu halten, den der Commedia dell’Arte entlehnten Elementen ebenso gerecht zu werden wie dem Pathos eines auf Verdi vorausweisenden Bühnendramas, erfordert von der Regie nicht nur langen Atem, sondern großes stilistisches Fingerspitzengefühl. Schon die martialischen, betont brutal ausgespielten Trommelschläge in der Ouvertüre deuten darauf hin, dass die Frankfurter Aufführung vor allem die dramatischen Aspekte in den Mittelpunkt stellen würde. Wie eine in sich isolierte Welt wirkte die von Charles Edwards entworfene Bühne. Der halbrunde Raum, in den eine Vielzahl dunkler Holztüren führt, vermittelt trotz seiner imposanten Größe eine beklemmende Enge. Auf Rädern wird ein schweres Blockhaus in den Bühnenraum geschoben. Der Chor trägt die dunkle Tracht der Amish People und gehorcht einer strengen Choreografie.
Regisseur David Alden, der die Handlung ins beginnende 20. Jahrhundert verlegt, zeichnet das Bild einer abgeschotteten autoritären Gesellschaft, in der ein groteskes Rechtssystem grausame Auswüchse zeigt. Auch in der Personenregie werden die dramatischen Konflikte schonungslos offengelegt. Versuchte Vergewaltigung, Amtsmissbrauch, Lynchjustiz: Die Regie fährt schwere Geschütze auf, um die Rossini-Oper als erbitterte Gesellschaftskritik in Stellung zu bringen. (…)

Silvia Adler, Darmstädter Echo

(…) Drei Stunden lang erweist sich Rossini als genialer Musikdramatiker, der überaus pointiert aufzeigt, wie nahe Tragik und Komik oft beieinander liegen. Henrik Nánási, Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, greift dies mit dem so brillant wie klangschön musizierenden Orchester genauso auf wie David Alden, der die Frankfurter Erstaufführung inszeniert hat. Seine Sympathie gilt Ninetta. Er verleiht dem nicht nur von ihrem Dienstherren bedrängten Dienstmädchen tragische Größe.
(…)
Für die Gesellschaft, in der Ninetta leben muss, greift Alden zum Mittel der Karikatur. Zwar wirkt diese Gemeinschaft von religiösen Eiferern – der Zuschauer assoziiert die Amish, Quäker, aber auch orthodoxe Juden – auf den ersten Blick bedrohlich. Doch bald gibt Alden sie der Lächerlichkeit preis. Und Soldaten, die gleich in Kompaniestärke anrücken, um eine vermeintliche Diebin zu verhaften, kann man doch einfach nicht ernst nehmen. Folglich tanzen sie paarweise Walzer zur Musik eines jener himmlischen Rossini-Ensembles, in denen die Zeit still zu stehen scheint.

Michael Arndt, Oberhessische Presse Marburg

(…) Ist ein Besuch zu empfehlen? Durchaus, denn dieses Stück bekommt man selten zu sehen. Die Regie ist bei aller Routiniertheit einfallsreich genug, um letztendlich über ein schwaches Libretto hinwegzusehen. Es wird durchweg gut gesungen, und zumindest Kihwan Sim als Bösewicht sollte man nicht verpasst haben. Seine Leistung am Premierenabend lässt vermuten, dass er bald international Karriere machen wird. Wer weiß, wie lange man ihn in Frankfurt noch erleben kann. (…)

Michael Demel, www.deropernfreund.de

(…) mit Henrik Nánási, dem Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, hatte man in Frankfurt einen überaus sorgsamen, differenzierenden, aber auch anfeuernden Dirigenten engagiert. Und den braucht das Stück, das kein Selbstläufer ist, bei dem die lokomotivartigen Rossinischen Rhythmen einfach nur angeschoben werden müssen. Immer wieder kommt Unerwartetes, machen sich Brüche und Verschiebungen bemerkbar. Bestens aufgelegt, ja, brillant musizierend folgt das Frankfurter Opern- und Museumsorchester. (…)

Bernd Zegowitz, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg

(…) Das Happyend kommt in mildem D-Dur daher – und knapp vier Stunden sind dank Aldens erlebnisreicher Inszenierung im Nu vergangen. Das sollte auch der einsame Buhrufer im Olymp beherzigen.

Klaus Ackermann, Offenbach-Post
 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Oper Frankfurt ‘Die sizilianische Hochzeit ‘- opera Frankfurt ‚the sicilian Vespers’

Die Baustelle geht bereits dem Ende entgegen. Das Japan Center ist bereits verdeckt. Bei  Dunkelheit gibt es kaum mehr Licht von Kränen, da nur noch einer steht.
The construction site is soon coming to an end.  You can’t see the Japan Centre already. In the dark there isn’t any light from the cranes – because there is only one left.

Sonst erfolgt der obligatorische Link zu der Oper und die Beschreibung aus dem online Opernprogramm.
Der Gärtnerin hat die Oper ausnehmend gut gefallen, dem Wiesenmanager diesmal nicht so – obwohl die Trommeln – wie üblich bei Verdi voll im Einsatz waren.
DIE SIZILIANISCHE VESPER (Les vêpres siciliennes)
Giuseppe Verdi (1813 – 1901)
Oper in fünf Akten
Text von Eugène Scribe und Charles Duveyrier nach dem Libretto Le Duc d'Albe (1839)
Frankfurter Erstaufführung der französischen Fassung
Zum Werk
Die sizilianische Vesper erinnert an den Aufstand der Sizilianer gegen die Franzosenherrschaft, der am Ostermontag des Jahres 1282 zur Vesperzeit in Palermo begann. Mit der Historie wird in Verdis Oper, die vor dem Hintergrund des Risorgimento entstand, frei verfahren: Der Fünfakter erzählt eine erfundene Vorgeschichte, in der die politischen Ereignisse im Verbund mit einer unglücklichen Liebesgeschichte sowie einem Vater-Sohn-Konflikt tragisch zugespitzt werden. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Henri, ein sizilianischer Patriot, der sich zwischen der mutigen Widerstandskämpferin Hélène und seinem Vater, dem franzosenfreundlichen Guy de Montfort, auf den ein Attentat geplant ist, hin- und hergerissen fühlt. Eine private Konfliktlösung scheitert letztlich an der Macht der Masse, die Rache und nicht Frieden will. So läutet am Ende, zur Vesperstunde, ausgerechnet der Klang von Kirchenglocken ein heilloses Gemetzel ein.
Jens-Daniel Herzogs Frankfurter Inszenierung verlegt den zeitlosen Stoff in die politische Realität des 20. Jahrhunderts.
Handlung
Die Unterdrückung der unter der französischen Fremdherrschaft leidenden Sizilianer steht im Zentrum der politischsten Oper Verdis. Die Herzogin Helene träumt von der Befreiung. Sie verliebt sich in Henri, der sich allein durch die Welt kämpft und bald erfahren muss, dass sein Vater, der einflussreiche Gouverneur Montfort, Franzose ist. Vor diesem Hintergrund setzt eine verwirrende Flut von Missverständnissen und Verstrickungen ein, die dann zu einem desaströsen Ende führen.
Usually there is the link to the opera – so you could see the pictures – and the description from the online-opera- programme.
The gardener liked the opera exceptionally good, the meadow-manager  thought it is not so good at this time - despite the fact, that the drums – as usual with Verdi were full in action. 
DIE SIZILIANISCHE VESPER (The Sicilian Vespers)
Giuseppe Verdi (1813 – 1901)
Opera in five acts ı Libretto by Eugène Scribe & Charles Duveyrier after the libretto Le Duc d’Albe (1839)
First performances ever in
Frankfurt
of the French edition
About the work
The Sicilian Vespers is based on a real rebellion which began when the Sicilians rose against French rule at the time of vespers on Easter Monday 1282 in Palermo. The struggle for Italian unification is the back-drop to Verdi’s opera, about a doomed love story, politics and conflict between a father and son. One of the central characters is a Sicilian patriot called Henri, who finds himself torn between his love for Helen, a brave member of the resistance, and his father the French governor Guy de Montfort, who becomes the target of a planned assassination. Attempts to resolve the conflict culminate in tragedy because the outcome is controlled by the masses, who want revenge, not peace.
Jens-Daniel Herzog’s production sets the timeless story in the political reality of the 20th century.
Synopsis
Palermo: Hélène is forced to sing for the French occupying forces, who murdered her brother. Her song is an incitement to her countrymen to rise up against the enemy. The arrival of the governor, Montfort, prevents a fight breaking out. Henri, a young Sicilian,almost comes to blows with Montfort. He is forbidden from seeing his beloved Hélène again. Procida returns to Sicily from exile determined to get rid of the French, whatever it takes. Henri and Hélène are brought to him. Henri promises to revenge his lover's brother's murder. Montfort has received a letter from a woman he abandoned years ago, imploring him to take care of their son, Henri. Henri, who has come to kill Montfort, is horrified by the news and torn between his fellow conspirators and the enemy. A party begins, Hélène and Procida mingle among the guests. Henri prevents his friends from killing his father. They look upon him with hatred. Henri visits Hélène in prison. His betrayal disgusts her. Henri explains that he had to intervene because Montfort is his father. He now sides with the conspirators again and tells Hélèn that he will die at her side. Both reaffirm their love. Procida cannot forgive him. Montfort tells Henri that he will pardon his friends if he addresses him as »mon père«. Although Hélène begs him not to, he calls out the words to prevent her being executed. Montfort, as good as his word, orders that preparations be made for Hélène and Henri's wedding, to take place at the time of vespers. Procida tells Hélène that the sound of wedding bells shall be the signal for the Sicilian uprising to begin. Not daring to betray this knowledge, she immediately calls off the wedding. Henri, hurt, goes to his father, who commands that the wedding take place, the bells ring out, the massacre begins.

Sonntag, 24. März 2013

Oper Frankfurt ‚OTELLO’– opera Frankfurt ‘OTELLO’

Ohne Opernabonnement würden wir bei dieser Kälte wahrscheinlich überhaupt nicht aus dem Hause sprich Wohnung gehen. Aber so ist man gezwungen – auch wenn so ein Abo spießig ist. 
Without a subscription for the opera we would not go out of the house respectively the flat. But so you have to go – also if such a subscription is a little bit stuffy.
Hier der Link – wenn man die Bilder sehen möchte - und die Beschreibung zu der Oper:

OTELLO
Giuseppe Verdi
1813 - 1901
Dramma lirico in vier Akten
Text von Arrigo Boito nach The tragedy of Othello, the Moor of Venice (1603) von William Shakespeare.


Zum Werk
Diese Oper »öffnet« sich nicht (im Wortsinne der üblichen Ouvertüre), sie bricht herein und stürmt drauflos. In den tosenden Wellen seiner eigenen grausamen Geschichte versucht Otello obenauf zu schwimmen. Es gelingt ihm nur für kurze Zeit. Das Stigma, das ihm mit der schwarzen Hautfarbe angeheftet ist, vermag er nur für eine gewisse Zeit zu tilgen. Desdemona, in ihrer bedingungslosen und unnachgiebigen Liebe kein zartes Pflänzchen, sondern eine Streiterin für Vergebung und Güte, ist ihm zur Seite und gleichzeitig gegenübergestellt. Für die Partie konnte Leah Crocetto, ein Jungstar der Musikwelt, gewonnen werden. Ihre Antithese ist Jago, getrieben vom Glauben »an einen grausamen Gott«. Sein Credo gehört zu den kraftvollsten Momenten in Verdis spätem Meisterwerk. Klug, und auf seine bösartige Weise ungeheuer einfühlsam, erkennt Jago, wie Otello wieder zurück auf einen Pfad der Traumatisierung und der Gewalt zu lenken ist. Der Seelensturm verschlingt sowohl Desdemona als auch »den Mohren von Venedig«.

Handlung
Otello, der in der Seeschlacht siegreiche venezianische Statthalter Zyperns, wird jubelnd auf Zypern begrüßt. Fähnrich Jago aber hasst den Mohren, der ihn zugunsten des jungen Cassio bei der Beförderung übergangen hat. Durch perfektes Intrigieren entehrt er die Integrität seines Rivalen und schürt darüber hinaus Otellos Eifersucht, indem er ihm suggeriert, dass Cassio der Geliebte seiner Gattin Desdemona ist. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Die Eifersuchtstragödie kulminiert schließlich in Otellos Mord an Desdemona und seinem eigenen Freitod.

Here the link – if you want to see the pictures - and the description of the oper
OTELLO
Giuseppe Verdi
1813 - 1901
Dramma lirico in four acts
Libretto by Arrigo Boito after Othello by William Shakespeare
First performed February 5th 1887, Teatro alla Scala, Milan


About the piece
To be unloved: what greater hurt can be imagined? Jago, Otello’s standard bearer who has been passed over for promotion, now knows exactly. He also knows all the tricks of intrigue, how to draw suspicion, proves himself an expert in treachery, and the calculation of power. As a virtuoso and archetype in power politics he is also the enzyme which allows jealousy, the »green-eyed monster«, to penetrate the soul of his hated black superior.
Verdi and his librettist Arrigo Boito make Otello’s adversary almost satanic. Never before in the history of opera had true evil been expressed so blasphemously as in Jago’s great Credo aria: »I believe in a cruel god who has created me in his image.« Otello’s wife Desdemona, the victim in this profound tragedy of jealousy, is the diametric opposite to evil. The eponymous hero stands torn between these two extremes.
Verdi’s late work Otello, written after a good ten year period of stagnation, brought on not least by Wagner’s synthesis of the arts aesthetic, was an incomparable new beginning. New was the expressive sound representing the storm at the beginning of the opera, new the boundary breaking tutti outbursts in the orchestra, new the taut, never straying music dramaturgical concentration, new the sad, lyrical colours which accompany the deeply moving prayer of the young woman before she is murdered. This opera does not »open« with a normal overture, it crashs in, a storm rages. Otello tries to swim to the surface in the towering waves of his own dreadful story. He is only able to set aside the stigma attached to his dark skin for short amounts of time. Desdemona’s unconditional and obstinate love make her a fighter for forgiveness and goodness. The role will be sung by Leah Crocetto, a young star of the music world. Desdemona’s antithesis is Jago, driven by his belief »in a cruel god«. His credo is one of the most powerful moments in Verdi’s late masterpiece. Clever, and in his malicious way horribly understanding, Jago knows just how to steer Otello back onto the path of trauma and brutality. His tormented mind devours Desdemona as well as the »Moor of Venice«.


Synopsis
Otello returns safely to Cyprus in a raging storm and is welcomed home by all except Jago, who hates Otello because he passed him over for promotion in favour of Cassio, and is working on a plan to destroy Otello. He advises Cassio to ask Desdemona, Otello’s wife, to try and persuade Otello to pardon him. Jago sows seeds of jealousy in Otello’s mind, making him suspect that Desdemona of being unfaithful with Cassio. Desdemona’s protestations of innocence are to no avail - he kills her. Horrified by Desdemona’s murder, Emilia reveals the truth. Jago flees. Otello lies against Desdemona’s body. Life, as we know it, has ceased to exist for him. Otello returns safely to Cyprus in a raging storm and is welcomed home by all except Jago, who hates Otello because he passed him over for promotion in favour of Cassio, and is working on a plan to destroy Otello. He advises Cassio to ask Desdemona, Otello’s wife, to try and persuade Otello to pardon him. Jago sows seeds of jealousy in Otello’s mind, making him suspect that Desdemona of being unfaithful with Cassio. Desdemona’s protestations of innocence are to no avail - he kills her. Horrified by Desdemona’s murder, Emilia reveals the truth. Jago flees. Otello lies against Desdemona’s body. Life, as we know it, has ceased to exist for him.

Normalerweise habe ich hier noch ein Bild mit Blick von der Oper auf die Baustelle – aber lieber war ich in der Pause mit einem Glas Wein in der Wärme. Daher von heute  (Sonntag) aus der Entfernung – vom Museumsufer – einen Blick auf die Baustelle.
Normally I show a picture of the view of the construction site from the opera – but this time I preferred to stay warm inside with a glass of wine. Therefore some of today (Sunday) at a distance – from the ‘Museumsufer’ – a view to the construction site.


Sonntag, 17. März 2013

Donnerstag zum Gartenmarkt im Palmengarten – Thursday our visit to the garden market in the Palmengarden (Frankfurt/Main)

Zuerst nur ein paar Bilder zu einer Baustelle – nein nicht in Köln sondern – in Franfurt. Die Baustelle - in der Nähe des Römers - ist bewusst geflutet worden. Damit soll verhindert werden, daß Frostschäden entstehen.
First some pictures of a construction site – no it’s not in Cologne but – in Frankfurt/Main. The construction site – near the ‘Römer’ – is flooded calculated. It should avoid damage by frost.




Trotz eines Blickes auf das Thermometer haben wir uns entschieden, wir fahren zum Gartenmarkt in Frankfurt.
Despite a glimpse at the thermometer, we decided, we go to the garden market in Frankfurt. In front of the ‘Palmengarten’ , there was a snowball fight.

Vor dem Palmengarten gab es bereits eine Schneeballschlacht.
In front of the ‘Palmengarten’ , there was a snowball fight.













 
Im Palmengarten, dann eine winterliche Pracht. Die  Aussteller konnten einem Leid tun. Obwohl, es ging kein Wind, manchmal schien die Sonne, und nur ein paar Flocken fielen vom Himmel.
In the ‘Palmengarten’ you see a wintry glory. You could feel sorry for the exhibitors. Nevertheless there was no wind, sometimes you could see the sun, and only here and there were some snowflakes.

 





Allerdings fehlten einige Händler und der Weg zwischen den Zelten war nicht optimal. Kaum gestreut und rutschig. Dabei hat der Palmengarten doch viele Auszubildende. Aber wahrscheinlich nicht deren Aufgabe.
But some exhibitors were missing and the ways between the tents were not optimal. Barely gritted and slippery – and the ‘Palmengarten’ have a lot of trainees. Maybe it’s not their duties.
 

 




















Wenn die Veranstaltung nicht ‚vor unserer Tür’ läge, ich würde nicht mehr gehen. Diesmal war es enttäuschend. Kein Buchgeschäft (sonst waren es immer zwei), die Frau mit den tollen Gartenhandschuhen fehlte auch, Samen gab es – bis auf alte Gemüsesorten – überhaupt nicht. Also alles nicht so erfolgreich. Aber trotzdem wurde einiges erstanden. Das  ruht jetzt auf dem Balkon – nachts wird es gut abgedeckt. Derzeit ruht alles im Garten –auch die Arbeit.
Da das Wetter doch ab und zu sonnig war, haben wir – trotz schlechter Wege -  einen kleinen Rundgang durch den ‚Frühlingsbereich’ des Palmengarten gemacht. Im übrigen war die Nachttemperatur im Palmengarten – 11° Celsius.
 If the event would be ‘before our very door’’, I think I wouldn’t go anymore. It was quite disappointing. No bookshop (at the other years there were two), I missed the woman who sold quite exquisite gardening gloves; seed were available only at one stall (the one with rarities of old vegetable). All in one, not so successful, but nevertheless I purchased something. But I put all on the balcony – during the night I cover all. At the moment all rest still – also the work.
Because the weather was sometimes sunny, we walked – despite the bad ways we had a little walk round the area in the ‘Palmengarten’ where you could see the spring. By the way, the temperature during the night in the  ‘Palmengarten’ was – 11° Celsius.